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Ein Zeuge der Geschichte – Herr Stanisław Zalewski - zu Gast in der NMS St. Georgen/Gusen

Ein Highlight im Rahmen des Geschichtsunterrichts in den 4. Klassen

wurde den 36 Schülern am Nachmittag des 26. September geboten.

Herr Stanislaw Zalewski, ein polnischer Zeitzeuge und Überlebender von Auschwitz, Gusen I und Gusen II (Stollenanlage „Bergkristall“), ermöglichte den sehr interessierten Schülern an seiner Geschichte teilzuhaben. Zahlreiche Fragen zu seinen schlimmen Erfahrungen als Häftling wurden ihm gestellt und es war hochinteressant, aus seinem Munde zu erfahren, was er in den 18 Monaten Gefangenschaft alles erlebt hatte und wie er überhaupt die Schrecken des Lagerlebens überlebte.

Die Erzählungen des Zeitzeugen wurden von einem Dolmetscher ins Deutsche übersetzt. Begleitet wurde der Überlebende von einer Vertreterin der Polnischen Botschaft. Die Schule konnte diese seltene und wertvolle Gelegenheit in Zusammenarbeit mit der Bewusstseinsregion Mauthausen-St. Georgen-Gusen für die Viertklässler organisieren.

Alle waren sich einig, dass dieses Zeitzeugengespräch eine wichtige Erfahrung und wertvolle Bereicherung für alle Anwesenden ist. Der Schüler Michael Patrejko, der die polnische Sprache beherrscht, überreichte Herrn Zalewski stellvertretend für alle Schüler und Lehrer als Dank ein kleines Präsent.

 

Zu seiner Geschichte:

Der heute 93jährige Stanisław Zalewski gehört zu den ehemaligen Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau und überlebte auch die Konzentrationslager Gusen I und Gusen II (Kommando „Bergkristall“).

Momentan bekleidet er die Funktion des Vorsitzenden der Polnischen Vereinigung der ehemaligen Häftlinge der politischen Gefängnisse und Konzentrationslager Hitlers.

Im Alter von 18 Jahren wurde er am 13. September 1943 wegen seiner Aktivität im polnischen Widerstand verhaftet. Nach einem brutalen Verhör durch die Gestapo in der Aleja Szucha (Warschau) kam er ins Pawiak-Gefängnis. (Dieses war von 1835 bis 1944 ein berüchtigtes Gefängnis für politische Häftlinge im Zentrum der polnischen Hauptstadt Warschau. Nach der Niederschlagung des Warschauer Ghettoaufstandes diente es dem NS-Staat als Konzentrationslager.)

Am 5. Oktober 1943 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er die Nummer 156569 erhielt. Einen Monat später, am 6. November, kam er in das Konzentrationslager Mauthausen und von dort aus ins Kommando Gusen, mit der Häftlingsnummer 45322.

Nach erfolgter Quarantäne (Eingewöhnungszeit im Steinbruch) arbeitete er als KZ-Häftling im Arbeitskommando Rüstung Messerschmitt und danach bis zur Befreiung als Automechaniker im Kommando Bergkristall (Gusen II).

Nach der Befreiung der Lager im Mai 1945 erfolgte die Rückkehr nach Polen im Juli 1945. Der Krieg nahm ihm die Mutter, den ältesten Bruder und die besten Jahre seiner Jugend.

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